11. Februar 2026
ca. 5 min
Arbeiten im AStA: Engagier dich an deiner Hochschule

Für viele Studierende ist der AStA (Allgemeiner Studierendenausschuss) vor allem eine Abkürzung, die auf dem Semesterbeitrag auftaucht oder als Absender von E-Mails zu Themen wie Semesterticket, Beratung oder Veranstaltungen bekannt ist. Doch hinter dem AStA steckt viel mehr als Verwaltung! Er ist das zentrale ausführende Organ der Studierendenschaft und bietet Studierenden die Möglichkeit, aktiv Hochschulpolitik mitzugestalten, praktische Erfahrungen zu sammeln und sich für sich selbst und andere einzusetzen. Das macht sich nicht nur gut im Lebenslauf, sondern kann auch den Geldbeutel aufbessern. Für die Arbeit im AStA gibt es nämlich üblicherweise ein kleines Gehalt oder eine finanzielle Aufwandsentschädigung.
Was ist der AStA und wen spricht er an?
Der AStA vertritt die Interessen der Studierenden gegenüber der Hochschule, der Politik und der Öffentlichkeit. Er wird in der Regel vom Studierendenparlament gewählt und setzt sich aus verschiedenen Referaten oder Ressorts zusammen, etwa für Hochschulpolitik, Soziales, Finanzen, Kultur, Nachhaltigkeit oder Internationales. Die genaue Organisation variiert von Hochschule zu Hochschule, aber bestimmt findest du online Informationen über den AStA deiner Hochschule. Interessant ist die Arbeit im AStA vor allem für Studierende, die sich einbringen und politisch, sozial oder auch organisatorisch etwas bewegen möchten. Du musst nicht gleich Berufspolitiker werden wollen, um im AStA gut aufgehoben zu sein. Auch wer sich für Veranstaltungsplanung, Öffentlichkeitsarbeit, Beratung oder Projektarbeit interessiert, findet im AStA oft passende Aufgaben. Viele beginnen aus einer persönlichen Betroffenheit heraus, etwa, weil sie sich bessere Beratungsangebote oder vielfältigere Events an der Hochschule wünschen. Da die Arbeit im AStA so vielfältig ist, kann man je nach eigener Vorliebe kreativ sein, eng mit Menschen arbeiten, sich auf Zahlen und Daten fokussieren oder richtig anpacken. Wichtig ist aber, dass man bereit ist Verantwortung zu tragen.
Typische Aufgaben und Arbeitsalltag
Wenn Studierende in Probleme geraten oder Fragen haben, ist der AStA oft eine der ersten Ansprechpartner. Deshalb gibt es häufig sogenannte Bürozeiten, in denen jemand vom AStA vor Ort oder telefonisch erreichbar ist, um zu beraten und bei Bedarf an die richtigen Stellen weiterzuvermitteln. Auch per Mail kommen diverse Anfragen rein, die bearbeitet werden müssen. Einige Ressorts wie Soziales oder Internationales informieren gezielt über bestimmten Themen, zum Beispiel zu BAföG, Wohnen, Studium mit Kind, Studium mit Behinderung oder Aufenthaltstiteln. Andere Ressorts organisieren Kulturveranstaltungen, Workshops oder Vorträge. Wieder andere kümmern sich um Pressearbeit, Social Media oder die Kommunikation mit Hochschulgremien. Möglicherweise betreibt der AStA auch eigene Geschäfte, zum Beispiel ein Café oder einen Merchandise-Shop. Der Arbeitsalltag im AStA ist dementsprechend vielfältig und hängt stark vom jeweiligen Aufgabengebiet ab. Die einzelnen Ressorts arbeiten meist weitgehend für sich und verfolgen eigene Projekte. Über die Ressortarbeit hinaus gibt es regelmäßige Sitzungen, an denen alle AStA-Mitglieder teilnehmen, um sich über die jeweilige Arbeit auszutauschen, Beschlüsse zu fassen und Themen zu besprechen, die für alle relevant sind. Das erfordert Vor- und Nachbereitung, wie das Verschicken von Einladungen und das Erstellen von Tagesordnungen und Protokollen. Allgemein ist die Arbeit im AStA mit vielen Bürotätigkeiten verbunden. So muss zum Beispiel der Posteingang und -ausgang organisiert werden. Damit analog eingehende Briefe leicht dem richtigen Ressort zugeordnet werden können, wird dabei gern auf Hilfsmittel wie Holzstempel oder auch farbliche Codierungen gesetzt. E-Mails, die beim falschen Referat gelandet sind, müssen weitergeleitet werden. Außerdem ist eine gut organisierte Ablage und Datenverwaltung entscheidend. Im AStA hat man es mit jeder Menge Anträgen, Verträgen, Rechnungen, Formularen und weiteren wichtigen Dokumenten zu tun. Die Referate werden meist nur für ein oder zwei Semester vergeben, sodass ein häufiger Personalwechsel die Norm ist. Deshalb sollte immer dafür gesorgt werden, dass die nächste Person, die den eigenen Posten übernimmt, alles gut nachvollziehen und bei Bedarf leicht finden kann.
Bezahlung: Ehrenamt oder Nebenjob?
Reich wird man mit der Arbeit im AStA nicht. In vielen Fällen handelt es sich um ein Ehrenamt mit einer Aufwandsentschädigung. Diese soll den zeitlichen Einsatz honorieren, ersetzt aber meist kein volles Einkommen. Die Höhe ist in der Finanzordnung der Studierendenschaft geregelt und variiert stark zwischen Hochschulen, oft liegt sie zwischen 150 und 300 Euro pro Monat. An anderen Universitäten sind AStA-Referenten als studentische Hilfskräfte oder in ähnlichen Beschäftigungsverhältnissen angestellt und erhalten einen Stundenlohn, der sich am landesüblichen Satz für studentische Hilfskräfte orientiert. Dann liegt die Bezahlung im Rahmen anderer studentischer Nebenjobs.
Warum sich das Engagement lohnt
Der größte Gewinn der AStA-Arbeit ist für viele nicht das Geld, sondern die Erfahrung. Man lernt, Verantwortung zu übernehmen, Projekte zu planen, Konflikte auszutragen und Entscheidungen zu treffen, die reale Auswirkungen haben. Diese Kompetenzen sind später im Berufsleben äußerst wertvoll, egal in welchem Bereich. Auch der Einblick in Hochschulstrukturen ist für viele spannend. Wer einmal in Gremien gesessen, Haushaltspläne gelesen oder mit der Hochschulleitung verhandelt hat, versteht die Universität danach anders. Nicht zu unterschätzen ist auch der soziale Aspekt, denn AStA-Arbeit bedeutet Teamarbeit. Man lernt Studierende aus anderen Fachrichtungen kennen, vernetzt sich hochschulweit und arbeitet oft mit Menschen zusammen, die ähnliche Werte teilen. Für viele ist das eine prägende Zeit im Studium. Natürlich ist die Arbeit im AStA nicht nur idealistisch. Sitzungen können lang sein, Entscheidungsprozesse zäh, und nicht jede Initiative stößt sofort auf Begeisterung. Auch Kritik von außen gehört dazu, denn Studierendenvertretung ist immer öffentlich und angreifbar. Wer sich engagiert, sollte also eine gewisse Frustrationstoleranz mitbringen und bereit sein, Kompromisse einzugehen. All das mach die Arbeit im AStA zu einem unvergleichlichen Lernfeld.






