Zukunft ungewiss – 3 Jobs im Visier der Digitalisierung

18/07/2017 | 0 Kommentare

Diese 3 Jobs werden sich in den nächsten Jahren einem grundlegenden Wandel in ihrer Ausübung unterziehen müssen. Mit den Kandidaten hätten wohl die wenigsten gerechnet.

Survival of the Fittest – diese Berufsgruppen müssen mit der Zeit gehen.

Wenn du einen soliden Beruf wie Rechtsanwalt, Arzt oder Banker wählst, steht dir eine rosige Zukunft bevor.

Schon Oma wusste dies und hat mit Sicherheit auch dein Weltbild als Kind geprägt. Was Jahrhunderte wie in Stein gemeißelt schien, wird jedoch zunehmend durch die gegenwärtige Digitalisierung schlichtweg weggespült.

Was Oma jedoch noch nicht wissen konnte, geht an vielen jungen Leuten trotz der medialen 24/7-Beschallung vorbei. Wenn du also Omas Meinung teilst, kann es sein, dass du die letzten Jahre verschlafen hast.

Nach der Industrialisierung sind mit der Digitalisierung nun nach den Fabriken auch die Büros fällig.

Doch Vorsicht, wer jetzt meint, nur Routine-Jobs seien davon betroffen, der irrt.
Rund die Hälfte von 1900 Forschern des Pew-Forschungszentrums aus Washington ist der Auffassung, dass es Bürojobs zunehmen an den Kragen geht.

Das Risiko, dass ein Algorithmus deinen Job klauen wird, ist umso größer, je stärker Daten dein Arbeitsumfeld bestimmen.
Besonders die Planung von Aufträgen und Konstruktionen sind betroffen. Sobald Maschinen lernfähig sind, wird das alte Kredo, sie könnten nur das umsetzen, wozu sie programmiert wurden, hinfällig.

Auf diese Weise könnten sogar Jobs überflüssig werden, in denen bisher Geisteskraft zwingend war. Manche gehen sogar so weit zu sagen, dass jeder Job hinter einem Bildschirm ersetzbar wird. Das Forschungsinstitut ZEW kommt auf gemäßigtere, jedoch immer noch erschreckende 5 Mio. Jobs, die derzeit ohne weiteres automatisierbar wären.

Oxford Studie: Jeder 2. Job in den USA betroffen

Heftige Kritik erregte eine Oxford Studie aus dem Jahr 2013, laut welcher in den nächsten 20 Jahren jeder 2. Job in den USA vom Aussterben bedroht sei. Die zu Recht geübte Kritik bemängelte vor allen das außer Acht lassen der gleichzeitig neu entstehenden Jobs.

Derzeit existieren in den USA Tätigkeiten, die es zu 65% vor nicht allzu langer Zeit überhaupt nicht gab. Untern Strich kommen die Experten aus Oxford jedoch ebenfalls zum Fazit, je komplexer der Job, desto sicherer.

Komplex ist nicht gleich komplex!

Bei diesem Thema kann es einigen schon schnell die Schweißperlen auf die Stirn treiben. Hier sind nämlich nicht nur die üblichen Verdächtigen, wie kaufmännische Berufe auf der Abschussliste, sondern es sind auch Anwälte, Ärzte und Finanzexperten unter Zugzwang, wenn sie nicht unter die Räder der Digitalisierung geraten wollen.

Studium noch zeitgemäß?

Würde man an Universitäten verantwortungsvoll auf die Situation reagieren, dann sicherlich. Es stellt sich jedoch zunehmen die Frage, warum Studenten mit genau dem System lernen sollen, nämlich auswendig lernen und bis Nervenzusammenbruch wiederholen, welches von Maschinen als erstes übernommen werden wird?

Worin besteht der Sinn, eine Generation auf bisher gesellschaftlich etablierte Vorgänge vorzubereiten, welche Maschinen schon jetzt effizienter erledigen?

Diese 3 Jobs werden aussterben oder müssen sich radikal umorientieren.

Lange hieß es, eine Maschine könne niemals geistig anspruchsvolle Arbeiten übernehmen. Mit Voranschreiten der künstlichen Intelligenz ist dies zunehmend obsolet.

Die höhere Effizienz und die Entscheidungskraft, frei von subjektiven Einflüssen, führen zu exakteren Ergebnissen, als dies bisher vorstellbar war.

Folgende Berufe mit unterschiedlichster Qualifikation sind in Gefahr, von denen man es bis heute nicht gedacht hätte. Bei den angesprochenen Kandidaten ist jedoch keinesfalls davon auszugehen, dass Ihnen jegliche Grundlage und Notwenigkeit entzogen wird. Vielmehr geht es hauptsächlich darum, eingesessene und teils festgefahrene Muster in der Ausübung, sei es die eigene Vermarktung oder die Kundenfreundlichkeit, der digitalen Revolution entsprechend anzupassen.

1. Rechtsanwälte

Besonders im juristischen Umfeld besteht enormes Potenzial, aber auch ein großes Risiko den Zug der Digitalisierung, welcher unaufhaltsam neue rechtliche Szenarien mit sich bringt, die es bisher nicht gab und in den meisten Fällen noch nicht einmal rechtlich verankert sind, zu verpassen.

Ähnlich wie es zunehmend in der Gesellschaft der Fall ist, werden nur Gewinner und Verlierer übrig bleiben, dazwischen wird es eng.
Ein Szenario, von dem wir lange nicht so weit entfernt sind, wie der eine oder andere denken mag:

Programme und zunehmend Roboter werden zunehmen in den Alltag eines jeden Menschen einziehen. Was in der Industrie schon lange Standard ist, wird schon bald auch in den eigenen 4 Wänden keine Seltenheit mehr sein.

Doch wer haftet hier? Wer ist verantwortlich?

Egal ob Sach- oder Personenschäden, Programme und Roboter können weder Verantwortung übernehmen, noch Konsequenzen tragen. Aber wer kann dies, bzw. wer muss es? Hersteller? Verkäufer? Kunde?

Manipulationsmöglichkeiten werden hier eine neue Generation von Kriminellen hervorbringen, welchen nur Juristen die mit der Zeit gehen auf Augenhöhe begegnen können.

Schon heute enormes Potenzial

Bereits gegenwärtig bietet sich riesiges Optimierungspotenzial. Dass Programme bereits zahlreiche repetitive Aufgaben intern übernehmen ist selbstredend. Kein Mensch setzt sich heute noch hin und durchsucht tausende Akten, nur um einen ähnlichen Sachverhalt zu finden.

Was früher eine kleine Armee aus Praktikanten und Junganwälten erledigte, regeln heute Programme, wie zum Beispiel Amy Ingram und E-Discovery.

Während Amy als wohl fleißigste Sekretärin der Welt vollautomatisch Termine vereinbart und mit Kunden kommuniziert, ohne dass diese die leiseste Ahnung haben, mit wem Sie hier sprechen, übernimmt E-Discovery auch anspruchsvollste Recherchearbeiten.

Auch du vernichtest tagtäglich Arbeit für unzählige Kanzleien von Nebenan.

Was machen wir, wenn wir ein Problem haben? Google! Das gilt mittlerweile auch oder gerade für rechtliche Belange.

Zumindest einen ersten Überblick verschafft sich wohl jeder heute online. So verschwinden nach und nach die sicher geglaubten Honorare für reine Beratungsleistungen und Informationen.

Kanzleien, die bereits einen Schritt in die richtige Richtung unternommen haben, bieten zu häufigen Anliegen Artikel auf der eigenen Homepage. Falls anschließend doch noch Bedarf für einen Rechtsbeistand besteht, ist der erste Schritt der Kundenbindung getan.

Innovativer noch funktioniert das Ganze über spezielle Portale. Hier können sich Klienten einen registrierten Anwalt aus dem einschlägigen Rechtsgebiet heraussuchen und gegen Gebühren, welche von dem gewählten Anwalt festgelegt werden, einen auf den Einzelfall zugeschnittenen Bericht erhalten.

Meistens wird hier nach Länge der Antwort abgerechnet. Der Kunde erhält damit eine gewisse Sicherheit, dass sein Gegenüber sein Handwerk beherrscht. Gleichzeit erhalten Kanzleien Zugang zu regional unbegrenzten Kundenstämmen.

Auch für Anwälte gilt: Wer nicht gefunden wird, verpasst den Anschluss.

Fazit: Natürlich werden Rechtsanwälte in Absehbarer Zeit weiterhin benötigt, in einigen Bereichen vielleicht sogar mehr denn je. Wer wettbewerbsfähig bleiben will muss jedoch einen grundlegenden Wandel in der Herangehensweise bezüglich Kundenakquise und Spezialisierung vollführen. Für Durchschnittlichkeit wird es keinen Platz geben.

2. Versicherungsmakler

Hand aufs Herz, vermissen werden sie wohl eher wenige.

Die meisten von uns Verbinden mit Versicherungsmaklern wohl eher unangenehme Zeitgenossen, die vor allem eins im Kopf haben, den Abschluss.

Wer mit der eigenen oder einer gegnerischen Versicherung Kontakt aufnimmt, tut dies in den meisten Fällen gezwungenermaßen. Die Berührungspunkte sind dabei immer wieder die gleichen.

Direkt nach dem Abschluss hat man durch den vermeintlich guten Deal vorerst sein Gewissen für das Nötigste befriedigt. Doch wehe man möchte eines Tages doch tatsächlich die eigene Versicherung in Anspruch nehmen… so haben wir gar nicht gewettet.

Sind Schäden plötzlich nicht gedeckt, ist die Verwunderung oftmals groß, hat man doch eine vermeintlich professionelle Beratung entsprechend der persönlichen Ansprüche erhalten. Doch genau dies wird dem klassischen Versicherungsmakler zum Verhängnis.

Selbst bei gutem Willen kann er nicht jede Einzelheit unserer Eventualitäten in Erfahrung bringen. Um einiges besser können dies Suchmaschinen und Vergleichsportale.

Bei guten Anbietern können die persönlichen Gegebenheiten bis ins letzte Detail berücksichtigt werden. Unterm Strich geht das Ganze schneller über die Bühne und man bekommt am Ende wirklich nur das, was man auch haben wollte.

Mehr und mehr Verträge werden direkt online abgeschlossen. Als Konsequenz rechnen viele Studien mit einer sinkenden Nachfrage um 6% in den kommenden Jahren.

Es ist davon auszugehen, dass Vergleichsrechner und Informationsportale nach und nach cleverer und präziser werden, was den Trend eher verstärken sollte.

Versicherungsmakler. Ein Job der Zukunft? Wohl eher nicht in der heutigen Form.

3. Ärzte

Ein weiteres Musterbeispiel einer Branche, die sich durch maschinelle Unterstützung grundlegend ändern wird. Hinsichtlich des Potenzials ergibt sich ein den Juristen ähnliches Szenario.

Auch hier gleich vorweg der Disclaimer: Ärzte werden nicht aussterben, jedoch diejenigen, die sich nicht entsprechend vermarkten und anpassen können oder wollen.

Diagnosen in Eigenregie und die Flut an Info-Seiten

Wer kennt das nicht, da dachte man einfach nur erkältet zu sein, plötzlich findet man sich mit einem Dutzend totbringender Krankheiten wieder und liegt bereits förmlich auf dem Sterbebett.

So erging es wahrscheinlich schon dem Einen oder Anderen, der nur ein paar Symptome gegoogelt hat.

Natürlich ersetzt eine kurze Recherche am PC nicht den Arztbesuch, sie kann einem jedoch schon einmal genug Infos bereitstellen, um zu wissen an welchen Spezialisten ich mich wenden sollte. Der Hausarzt und Allgemeinmediziner fällt unter diesen Umständen schon einmal für eine eventuelle Erstdiagnose mit Überweisung zum Facharzt aus.

Doch auch allgemein haben vorrangig die Allgemeinmediziner unter der zunehmenden Digitalisierung zu leiden. Handys, die Puls und Sauerstoffgehalt des Blutes messen, Labore die Blutbilder Online anbieten und tausende Seiten, die detailliert Ernährungsbedingte Krankheiten erklären und somit viele Patienten mit chronischen Beschwerden vor einer jahrelangen Symptombehandlung bewahren.

Schon jetzt klagen Ärzte über eine schlechte Bezahlung, man arbeitet ja auch fast halbtags! Für viele könnte sich das Ganze zukünftig zum Luxusproblem entwickeln, wenn die Patienten ganz wegbleiben.

Maschine ersetzt Arzt

Ob bei der Operation oder bereits bei der Diagnose, zukünftig könnten Maschinen und Programme dort punkten, wo der Mensch aufgrund von Konzentrationsfehlern versagt und ihm die neusten Erkenntnisse fehlen.

Der digitale Doktor

Mittels Datenbanken vergleicht ein Computer innerhalb von kürzester Zeit die Symptome des Patienten mit Millionen anderer Datensätze und errechnet so die wahrscheinlichste Diagnose.

Hierfür wurden bereits einige Milliarden anonymer Datensätze gesammelt.

  • Auch als Geschäftsmodell ist der Datenhandel im medizinischen Bereich immer lukrativer. Die Bewertung von datenerhebenden Unternehmen erreicht oftmals spielend die Milliarden-Grenze.
  • Erfolgreiche Tests haben bereits die menschliche Genauigkeit bei der Vorhersage einiger Krebsarten übertroffen.

Den richtigen Arzt finden

Was machen wir, wenn wir einen Arzt in der Nähe suchen. Die meisten vertrauen Google mehr als der Großmutter. Wer also heute nicht gefunden wird, könnte bald in ein leeres Wartezimmer blicken.

Die eigene Website sollte heute eigentlich bereits Standard sein, Einträge in Branchenbüchern sind nur eine Notlösung.

Der Arzt der Zukunft sollte einen Teil seines Budgets schon jetzt in Suchmaschinenoptimierung stecken. Klar ist, die eigene Website ist gut und schön, will aber auch erst einmal besucht werden.

Und weil wir alle nicht nach Dr. Müller suchen, sondern nach HNO Musterhausen, will die Seite bestens optimiert sein, optimaler Weise mit Hintergrundinformationen, die Mehrwert für den Besucher bieten. Das zeugt von Expertise, hebt den Expertenstatus und erzeugt vertrauen.

Der Arzt der Zukunft ist zu einem kleinen Teil Internetunternehmer und lässt sich wohl eher von Programmen, als von der Arzthelferin unterstützen.

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